14.02.2017

Keine Spielerei - Der Gaming-Markt ist für iiyama ein zunehmend wichtiges Standbein

Interviewpartner Erkan Sekerci ist Sales Director für die DACH-Region bei iiyama international, einem der weltweit führenden Hersteller von Monitoren, Large Format Displays und Multitouch-Screens.

Herr Sekerci, haben Sie als Monitoranbieter eigentlich Angst vor dem Megatrend Virtual Reality im Gaming-Markt?
Der Gaming-Markt hat ganz sicher eine Pionier-Rolle für Virtual Reality-Lösungen. Das Phänomen des gänzlichen Eintauchens in eine computergenerierte Umgebung, wie sie VR in mittelfristiger Zukunft bieten wird, kann heute kein Monitor leisten, selbst bei entsprechenden Multi-Monitor-Setups. Virtual Reality kann deshalb ein zentraler Zukunftstrend der Gamingbranche werden. Doch hängt der Erfolg stark von der Leistungsfähigkeit und damit Marktreife der VR-Lösungen ab.
Und hier müssen wir die Entwicklung der nächsten Jahre realistisch betrachten. Auch wenn sich die Bildauflösung der VR-Brillen bis heute schon vervielfacht hat, führen die mangelhafte Bildwiederholfrequenz, das eingeschränkte Gesichtsfeld und die immer noch hohe Latenzzeit zwischen Kopfbewegung und Bildänderung häufig zur so genannten Motion Sickness, also Schwindel und Übelkeit. Ein weiterer störender Effekt von VR ist der Screen Door- oder auch Fliegengittereffekt: dabei entsteht durch Anordnung der Pixel ein Halbtonmuster über dem hochauflösenden Bild, das durch die Linsen eines VR-Headsets massiv vergrößert wird, man sieht schwarze Zwischenräume zwischen den Pixeln. VR in vergleichbar hoher Qualität, wie sie Gaming-Monitore heute bieten, wird also noch eine ganze Weile Zukunftsmusik bleiben.

Wie sehen Sie bei iiyama die aktuelle Marktentwicklung im Bereich Gaming?
Gaming ist längst kein Jugendphänomen mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 42% aller Bundesbürger ab 14 Jahren, also rund 30 Millionen Personen, spielen Computer- oder Videospiele. Das gilt über alle Alters- und Geschlechtergrenzen hinweg. Die Zielgruppe wächst also.
Die beliebteste Plattform ist heute zwar das Smartphone, doch stationäre Geräte wie PC oder Spielekonsole bleiben weiterhin beliebt. Für uns sehr erfreulich: zu jedem dieser stationären Geräte gehört ein Monitor.

Warum empfiehlt es sich für Gamer, keinen herkömmlichen Desktop-Monitor zu nutzen?
Gerade ambitionierte Gamer stecken oft viel Geld in ihre Hardware, um sie immer besser und schneller zu machen. Doch was nützt die schnellste Grafikkarte bei einem Monitor, der diese Grafikleistung nicht abbilden kann? Neben der Bildschirmgröße sind deshalb Faktoren wie Auflösung, Farbeigenschaft, Kontrast, Reaktionszeit, Bildwiederholfrequenzen und sonstige Ausstattung von kaufentscheidender Bedeutung.

Welche Faktoren stehen bei Gaming-Monitoren heute im Mittelpunkt?
Hatten Gaming-Monitore vor einigen Jahren nur möglichst reaktionsschnell zu sein, differenziert sich der Markt heute weiter aus. So wünschen Spieler auch ein perfektes Display mit brillanten Farben und kontrastscharfem Bild. Der Trend geht hin zu immer leistungsfähigeren und größeren Modellen mit entsprechend brillanter Wiedergabe. Im Gaming-Bereich sind heute Monitore mit 24“ schon die Untergrenze, 28“ entwickelt sich mehr und mehr zum Standard. Zudem legen Gamer neben technischen Features auch zunehmend Wert auf gelungenes Design und Ergonomie. Hier sprechen wir mit unseren aktuellen Gaming-Monitoren einen breiten Markt an und können für jeden Bedarf ein passendes Modell anbieten.

Seit wann bietet Ihr Unternehmen spezielle Modelle für Gamer an und wie hoch ist etwa der Anteil von Gaming-Monitoren am Business von iiyama?
Insgesamt handelt es sich schon noch um einen Nischenmarkt, aber einen lukrativen mit stark steigender Tendenz. Iiyama hat bereits seit 2012 Gaming-Monitore im Angebot, allerdings haben wir erst letztes Jahr eine Produktoffensive im Spielebereich gestartet und mit unserer G-Master-Serie ein breiteres Sortiment leistungsstarker Monitore für Gamer auf den Markt gebracht. Gamingmonitore machen derzeit noch weniger als 10% unseres Umsatzes aus, doch werden sie für uns zu einem zunehmend wichtigen Standbein.

Wie sieht das Produktportfolio von iiyama für Gamer derzeit aus?
Derzeit bieten wir sieben für Gamer konzipierte Modelle, von „Black Hawk“, einem 22“-Einsteigermonitor bis zum Top-Modell „Gold Phoenix“, einem 4K-Display mit 28“-Bildschirmdiagonale und AMD Freesync-Unterstützung für ambitionierte Gamer, die ihre Spiele in höchster Auflösung genießen möchten. Alle Monitormodelle sind umfangreich ausgestattet und bieten u.a. vordefinierte oder benutzerdefinierte Spielmodi, die sich problemlos an eigene Vorlieben anpassen lassen. Digitale Schnittstellen wie DVI-D, HDMI sowie DisplayPort erlauben die flexible Integration in ein leistungsstarkes Hardware-Umfeld. Unser Ziel ist es, jedem Gamer das Modell mit den passenden Spezifikationen anbieten zu können. Vier ‚Clans’ richten sich dabei in Anlehnung an die Spielewelt an vier unterschiedliche Zielgruppen: Black Hawk bietet drei top ausgestattete Einsteigermodelle, Red Eagle richtet sich mit seinen beiden technisch gehobenen Modellen an Gamer, die etwas mehr verlangen, Silver Crow und Golden Phoenix repräsentieren schließlich die beiden Top-Modelle mit QHD- bzw. 4K-Auflösung.

Was raten sie Händlern, die Gaming-Modelle verkaufen wollen?
Zufriedenheit des Kunden muss wie immer das oberste Ziel sein. Deshalb sollten Reseller ihre Zielgruppe genau kennen und entsprechend fundiert beraten können. Das wird der jugendliche Extremgamer mit schmalem Budget ebenso sein, wie der ambitionierte und finanzstärkere High-End-Gamer. Es gilt, die unterschiedlichen Endkunden adäquat zu bedienen und auch ihre Sprache zu sprechen. Die Produkte werden auch im Gaming-Bereich komplexer und erklärungsbedürftiger, Aspekte wie Farbtreue, Sound und Ergonomie spielen eine zunehmende Rolle. Grundsätzlich werden es Händler, die sich hier nicht einarbeiten, in Zukunft sicherlich schwerer haben, gute Margen zu erzielen. iiyama bietet Fachhändlern hier umfangreichen Support, damit sie die Gaming-Lösungen von iiyama optimal an ihre Kunden verkaufen können.



iiyama Kurzprofil
Seit seiner Gründung 1973 hat sich iiyama mit Hauptsitz in Japan vor allem mit preis-/leistungsstarken Displays und Computermonitoren einen Namen gemacht. Das Portfolio reicht vom preisgünstigen LCD/LED-Einsteigermonitor bis zum hochwertigen Business-Gerät mit ergonomischen Features wie Höhenverstellbarkeit und Pivotfunktion für den professionellen Gebrauch. Nischen-Produkte wie z.B. Touchscreens, kratz- und stoßfeste Sicherheitsglas-LCDs, Large-Format-Displays sowie Geräte zur professionellen Videoüberwachung (CCTV) runden das Angebot ab. In Deutschland ist das Unternehmen seit 1993 präsent und seit 2006 eine 100-prozentige Tochter der börsennotierten MCJ Co., Ltd., Japan.

Weitere Informationen für Ihre Leser:
iiyama Deutschland GmbH
Werner-von-Siemens
Str. 4 D- 85296 Rohrbach/Ilm
Tel: 08442-9629 0
Fax: 08442- 9629 30
http://www.iiyama.de

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